1 Woche in Špindlerův Mlýn/Spindlermühle und Angeln an der Labe/Elbe

  • Hallo,

    wie bereits hier im Blog geschrieben, war ich am Anfang diesen Jahres in Spindlermühle im Urlaub und bereits da ist die Entscheidung gefallen, in diesem wunderbarem Stück Erde einmal fischen zu gehen.

    Da Robert und ich jedes Jahr einen Ausflug an ein Forellengewässer machen und wir für dieses Jahr noch nichts Passendes hatten, war die Entscheidung recht schnell getroffen.
    Es sollte aber alles anders kommen als gedacht und vieles unerwartet.

    Bereits bei der Planung gab es Probleme: ich hatte mir Anfang des Jahres Watstiefel bestellt, auf deren Lieferung ich noch bis heute warte. Ebenfalls sollte es sich nicht ganz einfach gestalten, in einem reinen Wintersport-Ort in 1.310m Höhe im April eine Unterkunft zu finden.

    Glücklicherweise meldete sich die Frau von der Pension zwei Tage vor der geplanten Abreise und wir hatten zumindest ein Dach überm Kopf.



    TAG 1 22.04.2014

    Als bereits 2:30 Uhr der Wecker klingelte, machte ich mich auf den Weg, um gegen halb vier bei Robert zu sein.
    Gegen 4:15 Uhr konnten wir dann endlich auf die Autobahn in Richtung Polen (ja, Polen und von da aus über das Riesengebirge nach CZ) aufbrechen.
    Leider wurden wir direkt 5 Uhr - kurz nach dem Tunnel Königshainerberge - von einer Polizeikontrolle aufgehalten. Nachdem wir die gefühlten 10km zurück zur Autobahn gefahren sind, konnte es endlich weiter gehen.

    Auf unserem Plan stand noch, uns in "Vrchlabi" mit Papieren zu bestücken und mir hoffentlich noch ein Paar Watstiefel zu kaufen.
    8 Uhr waren wir bereits in Vrchlabi - leider machen Geschäfte und Ämter erst 9 Uhr auf... Also sind wir ersteinmal in Richtung Spindlermühle gefahren, um Geld zu wechseln.

    Ein Stunde später konnten wir dann unsere Papiere für die nächste Woche erwerben und die Watstiefel organisieren.

    Nun wollten wir nur noch schnell im Hotel einchecken und dann fischen gehen, aber leider sollte sich das mit dem Hotel schwerer gestalten als erhofft. Es war niemand anzutreffen und auch am Telefon war niemand zu erreichen. Was also tun? Richtig! "Erstmal fischen!" - und das sollte auch belohnt werden, denn bereits 14:15 Uhr hatte Robert seine erste Forelle als Nachläufer. Ich konnte auch nur kurze Zeit später erst eine ca. 35er Refo als Nachläufer sehen, dann in der gleichen Gumpe eine 41er und eine 37er Bafo landen.

    Den ersten Tag ließen wir (wie alle weiteren auch) im Motorest unter lauter Einheimischen mit tschechischem Bier ausklingen.



    Diesmal gut ausgeschlafen, konnte der nächste Tag bei einem - für nur 2 Personen - absoulut reichhaltigem Frühstück beginnen.
    An diesem Tag sind wir nach "Jablonec nad Jizerou" gefahren, um da zu fischen.

    Ab hier sollte uns klar werden, dass wir von diesem Urlaub - trotz des grandiosen Starts - nicht viel mitnehmen sollten außer das Erlebte und einer wunderbaren Natur.
    Denn bereits am zweiten Tag gingen die Fänge gegen Null! Robert und ich konnten lediglich Nachläufer von ca. 20cm Länge feststellen.
    Einziges Highlight an diesem Tag war, dass Robert noch einen 25er Saibling auf die Schuppen gelegt hat.

    Die nächsten Tage sollten wie im Fluge vergehen... Tag ein Tag aus... werfen, werfen, werfen, kilometerweit durch die Wälder stampfen und immer auf der Suche nach Fisch!!
    Als wäre dies nicht genug gewesen, habe ich auch noch extrem quälende Rückenschmerzen bekommen, die es mir teilweise kaum erlaubten aus dem Bett zu krabbeln.
    Aber irgendwie trieb mich Robert sein Enthusiasmus Tag für Tag an wieder Böschung, Berg, Felshang auf und ab zu gehen.

    Bis zum Ende des Urlaubs konnte jeder von uns noch den einen oder anderen Fisch überlisten. Bei einer Verkehrskontrolle in der Tschechei mussten wir wegen ausgeschaltetem Licht 500 Kronen Strafe zahlen und haben einen ganzen Nachmittag damit verbracht, einen "alten Mann" zu finden, welcher nämlich die Tageskarten für den Elbestausee direkt unterhalb von Spindlermühlen verkauft.
    Dort erhofften wir uns weitaus bessere Fänge, aber leider war auch da nicht wirklich etwas zu holen!



    Auf dem Heimweg nahmen wir eine andere und vermeintlich kürzere Strecke. Leider gab es auf dieser eine Umleitung wegen einer gesperrten Kreuzung, die uns kurz vor der CZ/PL Grenze einen ca. 60km Umweg verschaffte.

    Aber trotzdem: ich/wir kommen wieder! Auch, wenn die Fangergebnisse extrem schlecht waren. Die Natur und Landschaft waren phänomenal, die Leute stets freundlich und hilfbereit!
    Und dieser verdammte Fluss hat mehr als genug Potenzial! Bei dem, was wir an kleinem Fisch gesehen haben, lag es sicher auch nicht am Bestand der Forellen! Wohl eher an der Jahreszeit, denn wir hatten nachts und in den Morgenstunden noch bis zu -5°C.

    Anbei haben wie euch ein kleines Video zusammen geschnitten, was den Beitrag etwas bunter machen soll und dem ein oder anderem die Natur, aber auch die teils sehr schweren Bedingungen aufzeigen soll.



    Mfg, André


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